Ich bin der Schließer ohne Schlüssel und ein Seiler auf der Schüssel, tu ins Vollbad urinieren, esse Fleisch von toten Tieren

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Ich bin der Schließer ohne Schlüssel und ein Seiler auf der Schüssel. Tu ins Vollbad urinieren, esse Fleisch von toten Tieren. So rausche ich mit meinem Rührei auf russischem Rummel und schmauche anstatt Salbei den schwarz-grünen Stummel. Ich furze mit meinen Füßen auf fahlen Festen und möchte die kleinen Süßen am liebsten mästen. Ich bin die Kackwurst ohne Karma und der Durchfall aus dem Dharma.

Mein Leben rückschauen auf fleischigen Frauen, ich nahm ihr Vertrauen und tat es versauen. Ich wollte abhauen und den Kühlschrank abtauen. Doch dann kamen Jungfrauen, direkt aus Litauen, die taten blöd schauen und hab sie verhauen.

Wo war ich nur hineingeraten? Mit meinen delikaten Wurstsoldaten marschierte ich für Schweinebraten. Kaufte beim Asiaten die Hunde zum Anbraten — stand vorm Automaten und steckte rein Dukaten!

Denn meine Leber hat Lochfraß, aus der Lunge strömt Lachgas. Trag den Ring durch die Nase und Pipi in der Blase. Auf dem Schmierbauch wächst Schnittlauch, unterm Blinddarm die Giftfarm, hab ein Furzloch mit Fransen, denn ich fresse nur Pansen. Habe Arme wie Arnold und Zähne aus Blattgold, die Faust eines Goethe und im Schritt die Blockflöte!

Gofmann

Autor: Gofmann

Ich bin der Schließer ohne Schlüssel und ein Seiler auf der Schüssel.

5 Gedanken zu „Ich bin der Schließer ohne Schlüssel und ein Seiler auf der Schüssel, tu ins Vollbad urinieren, esse Fleisch von toten Tieren“

  1. Das Gedicht ist in meinen Augen (und die sind maßgeblich) eine gelungene Parabell über die praktischen und gewöhnlichen Seiten des Lebens. Der Leser erfährt hierüber viele Facetten Ihrer Persönlichkeit und lernt Sie früh schätzen und Ihr Wirken zu bewundern.
    Mit einfachen, aber einleuchtenden Worten wissen Sie zu überzeugen und erreichen damit auch Menschen, denen das Abitur bislang noch nicht geschenkt wurde.
    Das Entscheidende ist aber die Tragweite Ihrer prosaischen Lyrik! Viel geistreicher Inhalt (interlecktuell wiedergekäut, mundgerecht verabreicht) findet Platz auf wenig Raum. Das schont die Ressourcen Ihres Hosters.
    Das Sie ein verantwortungsbewusster, bibelfester und ordentlicher Mensch sind, erkennt man sofort an dem aussagekräfitgen Bild (vermutlich) Ihrer
    unvermüllten Toilette (im Bereich Seitenanfang). Bei Unflaten häufen sich neben der Keramik nämlich die Schmuddelhefte.

    Ungeachtet dessen verbleich ich (gern).

    PS: Ich meinte „verbleib ich“ statt „verbleich ich“.

  2. Ich möchte noch einmal nachlegen (mit ausgeruhtem Kopfe), da mir eines besonders positiv aufgefallen ist:
    Bei Ihren imponierenden Text besticht parallel die vorzügliche Orthographie. Ich schlage daher vor, dass Berliner Schülern Ihre Heimseite zu Lernzwecken anheimgestellt werden sollte.

    Anlass meines Nachschlags war mein Rechtschreibfehler „Parabell“, den ich gern in

    Parabel

    umändern möchte.
    Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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